
Wir werden immer wieder gefragt, was die Stempeleindrücke auf Schmuckstücken bedeuten (585 Gold bedeutet, dass der Goldanteil bei 58,5 Prozent liegt), oder was die Bestandteile von Edelmetalllegierungen sind. Wir geben hier einen kleinen Überblick über die allgemeine Edelmetalllegierungskunde:
Es gibt silberfarbene Gegenstände (Besteck, Kerzenständer usw.), die sich wie Silber verfärben und anlaufen, aber ungestempelt sind. Diese sind meist nur versilbert und lassen sich nicht bei einer Metallscheidung wirtschaftlich nutzen.
Weiterhin gibt es Silbergegenstände, die mit E.P.N.S. oder E.P.S gestempelt sind. Dies ist eine spezielle Art der Versilberung aus England ("electro plated nickel silver" oder "electro plated silver").
Auch die Kennzeichnung 1/0 bedeutet, dass die silberfarbenen Gegenstände lediglich z.B. aus „Cromargan“ sind, nichtrostende Legierungen.
Silberstempel gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Diese Stempel wurden nicht nur zur Silbergehaltdarstellung genutzt, sondern auch zur Kennzeichnung für die Besteuerung.
Deshalb ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein altes Stück nicht gestempelt wurde.
In Deutschland hergestellte Silbergegenstände werden seit 1888 mit 3 Stempeln gekennzeichnet: Halbmond und Krone für die Material-Angabe Silber, dazu der Feingehalt in Ziffern, z.B. 800, 835, 925.
Dentallegierungen haben je nach Hersteller und Verwendung verschiedene Edelmetallzusammensetzungen oder Nicht-Edelmetall (NEM) Bestandteile. Sie sehen hier die gebräuchliche Wortwahl in der Zahntechnik:
Gold ist die Basis für die Mehrzahl aller Dentallegierungen. Durch die Variation der Legierungselemente auf der Basis Gold lassen sich für nahezu alle Indikationen und technische Ansprüche adäquate Werkstoffe herstellen.
Silber wird in Dentallegierungen immer mit Gold oder Palladium kombiniert.
Palladiumlegierungen fließen dadurch leichter und lassen sich bei niedrigen Temperaturen schmelzen wenn Silber bei legiert wird. Goldgusslegierungen gibt Silber zusammen mit Kupfer Härte und Festigkeit.
Steigert in Goldgusslegierungen die Korrosionsfestigkeit und Härte, verbessert die mechanischen Eigenschaften.
Steigert in goldhaltigen Legierungen die Korrosionsfestigkeit und verbessert die
mechanischen Eigenschaften sowie die Brennstabilität.
Steigert mit Silber die Festigkeit und Härte bei goldhaltigen Legierungen
und hat einen positiven Einfluss auf die Farbe.
Verbessert die Härte in Goldgusslegierungen. In goldreduzierten Aufbrennlegierungen wird die Gießbarkeit verbessert. In Loten und Palladiumlegierungen wird das Schmelzintervall durch legieren von Zinn gesenkt.
Verbessert die Fließfähigkeit bei Goldgusslegierungen. In Verbindung mit Platin wird die Härte positiv beeinflusst.
Verbessert die Härte bei hochgoldhaltigen, goldreduzierten und Palladiumlegierungen. Senkt die Gießtemperatur und trägt beim Oxidbrand zum Metall-Keramik Verbund bei.
Verbessert das Metallgefüge und die Festigkeit.
Diese 3 Legierungselemente wirken als Kornfeiner in einer Legierung und sorgen daher für eine feine Kornstruktur im Gussobjekt.
Trägt zur Optimierung der Festigkeitseigenschaften und der Haftoxidbildung im
Metall-Keramik Verbund bei.
Verbessert das Metallgefüge und die Festigkeit.
Dient zur Feinabstimmung von Härte, Festigkeit, Oxidationsverhalten und optimiert den Metallgefügeaufbau.
Dient als Kornfeiner und bildet Haftoxide aus.
Verbessert die mechanischen Eigenschaften und erhöht den Wärmeausdehnungskoeffizienten.
Erniedrigt das Schmelzintervall und optimiert die Fließfähigkeit der Legierung.